
Welche Direct Drive Wheelbase passt zu mir? | simracer.at
, by Gerhard Feichter, 7 min reading time

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5, 8, 12, 15 oder doch 20+ Nm? Wir erklären, wie viel Leistung eine Direct-Drive-Wheelbase wirklich braucht und welche Leistungsklasse am besten zu deinem Simracing-Setup passt.
Wer heute in die Welt des Simracings einsteigt oder sein bestehendes Setup aufrüsten möchte, kommt an Direct Drive kaum noch vorbei. Doch spätestens bei der Auswahl der richtigen Wheelbase taucht die nächste Frage auf:
Wie viel Nm brauche ich eigentlich?
5 Nm? 8 Nm? 12 oder 15 Nm? Oder sollte es gleich eine High-End-Wheelbase mit 20 Nm oder mehr sein?
Die Antwort ist nicht ganz so einfach, denn mehr Drehmoment bedeutet nicht automatisch mehr Fahrspaß. Wir zeigen dir, worauf es wirklich ankommt und welche Leistungsklasse für dein Simracing-Setup sinnvoll ist.
Bei einer Direct-Drive-Wheelbase sitzt das Lenkrad praktisch direkt auf der Motorwelle. Im Gegensatz zu älteren Systemen mit Zahnriemen oder Zahnrädern werden die Kräfte des Motors ohne zusätzliche mechanische Übersetzung auf das Lenkrad übertragen.
Das bringt einige entscheidende Vorteile:
Du spürst dadurch beispielsweise deutlich besser, wann die Vorderreifen Grip verlieren, wie das Fahrzeug über Curbs fährt oder wie sich Lastwechsel auf das Fahrzeug auswirken.
Aber wie stark muss eine solche Wheelbase sein?
Das Drehmoment einer Wheelbase wird in Newtonmetern (Nm) angegeben.
Vereinfacht gesagt beschreibt dieser Wert, wie stark die Wheelbase am Lenkrad drehen kann.
Eine Wheelbase mit 15 Nm kann also deutlich höhere Kräfte erzeugen als eine Wheelbase mit 5 Nm.
Allerdings solltest du deine Kaufentscheidung nicht ausschließlich anhand der maximalen Nm-Zahl treffen.
Mindestens genauso wichtig sind:
Und vor allem: Eine 20-Nm-Wheelbase muss nicht permanent mit 20 Nm betrieben werden.
Die zusätzliche Leistung kann auch als Reserve dienen.
Wheelbases in dieser Leistungsklasse sind ein sehr guter Einstieg in die Direct-Drive-Welt.
Gegenüber vielen älteren Lenkradsystemen ist der Unterschied bereits deutlich spürbar. Das Force Feedback reagiert schneller und vermittelt wesentlich mehr Details.
5–6 Nm eignen sich besonders für:
Gerade wenn du von einem klassischen Einsteiger-Lenkrad kommst, kann bereits eine Wheelbase dieser Klasse einen großen Sprung darstellen.
Wer allerdings bereits weiß, dass Simracing ein langfristiges Hobby wird, sollte überlegen, etwas Leistungsreserve einzuplanen.
Für sehr viele Fahrer liegt der ideale Bereich ungefähr zwischen 8 und 10 Nm.
Hier steht bereits genügend Kraft zur Verfügung, um ein sehr überzeugendes und detailliertes Fahrgefühl zu erzeugen, ohne dass das gesamte Setup zwingend in den High-End-Bereich gehen muss.
Diese Leistungsklasse eignet sich hervorragend für Fahrer, die regelmäßig Simulationen wie Assetto Corsa Competizione, iRacing, Le Mans Ultimate oder ähnliche Titel fahren.
8–10 Nm sind besonders interessant für:
Für viele Simracer ist das bereits eine Leistungsklasse, mit der sie langfristig glücklich werden können.
Ab ungefähr 12 Nm kommen wir in einen Bereich, der auch sehr anspruchsvolle Simracer zufriedenstellen kann.
Der große Vorteil liegt dabei nicht darin, ständig mit maximaler Kraft zu fahren.
Viel wichtiger sind die zusätzlichen Reserven für kurze Kraftspitzen.
Stell dir das ähnlich wie bei einer leistungsstarken Audioanlage vor: Nur weil viel Leistung vorhanden ist, muss sie nicht permanent am Maximum betrieben werden.
Die zusätzliche Reserve ermöglicht es der Wheelbase, starke Effekte darzustellen, ohne schwächere Details zu verlieren.
Dieser Bereich eignet sich besonders für:
Für ein hochwertiges Simracing-Setup ist diese Klasse daher besonders interessant.
Wheelbases mit 18, 20 oder noch mehr Nm gehören klar in den High-End-Bereich.
Braucht man tatsächlich so viel Kraft?
Nicht unbedingt.
Viele Fahrer betreiben solche Wheelbases bewusst deutlich unter ihrer maximal möglichen Leistung.
Der Vorteil liegt vor allem in der Kombination aus hoher Dynamik und großen Leistungsreserven.
Eine leistungsstarke Wheelbase kann beispielsweise mit 10 oder 12 Nm betrieben werden und besitzt trotzdem genügend Reserven, um kurze Spitzen sauber wiederzugeben.
Diese Klasse richtet sich vor allem an:
Wichtig ist allerdings: Eine solche Wheelbase benötigt auch die passende Basis.
Eine starke Direct-Drive-Wheelbase auf einem instabilen Cockpit ist keine besonders gute Kombination.
Wenn sich die Wheelbase-Halterung unter Belastung bewegt oder das gesamte Rig verwindet, geht ein Teil der Präzision verloren.
Je stärker die Wheelbase, desto wichtiger wird deshalb ein stabiles Rig.
Für leistungsstarke Direct-Drive-Systeme empfehlen wir insbesondere stabile Aluminiumprofil-Rigs, wie sie beispielsweise von PRO SIMRIG oder Sabelt angeboten werden.
Damit entsteht eine solide Basis, auf der sich später auch Pedale, Shifter, Handbremse, Monitore und weiteres Zubehör flexibel erweitern lassen.
Als grobe Orientierung kannst du folgende Einteilung verwenden:
| Leistung | Geeignet für | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|
| 5–6 Nm | Einsteiger & Gelegenheit | Sehr guter Einstieg |
| 8–10 Nm | ambitionierte Hobbyfahrer | Sweet Spot für viele Simracer |
| 12–15 Nm | Enthusiasten -simracer.at Empfehlung | viel Reserve und langfristig interessant |
| 18–20+ Nm | High-End & professionelle Setups | maximale Reserven |
Diese Tabelle ist bewusst nur eine Orientierung.
Denn zwei Wheelbases mit identischer maximaler Nm-Zahl können sich beim Fahren trotzdem unterschiedlich anfühlen.
Ein häufiger Fehler beim Kauf einer Wheelbase ist der reine Vergleich der technischen Daten.
20 Nm sind nicht automatisch doppelt so gut wie 10 Nm.
Für das tatsächliche Fahrerlebnis spielen viele weitere Faktoren eine Rolle.
Dazu gehören unter anderem die Qualität des Force Feedbacks, die Software, die Motorsteuerung, das verwendete Lenkrad und natürlich die Einstellungen im jeweiligen Simulator.
Auch ein sehr schweres Lenkrad kann das Fahrgefühl beeinflussen. Größere Lenkräder benötigen tendenziell mehr Drehmoment, damit sich das Force Feedback ähnlich kräftig anfühlt wie mit einem kleinen Formula-Wheel.
Deshalb sollte die Wheelbase immer als Teil des gesamten Systems betrachtet werden.
Wenn du deine erste Direct-Drive-Wheelbase kaufst, solltest du nicht nur fragen:
„Wie viel Nm bekomme ich für mein Geld?“
Die bessere Frage lautet:
„Welche Wheelbase passt zu meinem gesamten Setup?“
Berücksichtige dabei Wheelbase, Lenkrad, Pedale, Rig, Bildschirm und natürlich dein Budget.
Für einen Einsteiger kann eine gute 5–8-Nm-Lösung bereits perfekt sein. Für einen ambitionierten Fahrer mit stabilem Aluprofil-Rig können 12–15 Nm wiederum die sinnvollere langfristige Investition darstellen.
Und wer einen kompromisslosen High-End-Simulator plant, kann sich bewusst für 18 oder 20+ Nm entscheiden – selbst wenn diese Leistung im normalen Betrieb gar nicht vollständig genutzt wird.
Genau dafür gibt es unseren simracer.at Showroom.
Hier kannst du unterschiedliche Simracing-Hardware ausprobieren und dir selbst ein Bild davon machen, welche Lösung zu dir passt.
Wir beraten dich gerne bei der Zusammenstellung deines Setups – vom Lenkrad über Wheelbase und Pedale bis hin zum kompletten Simracing-Rig.
Denn am Ende zählt nicht die höchste Zahl im Datenblatt.
Entscheidend ist, dass dein gesamtes Setup zu dir passt.
Für viele Simracer sind 8 Nm bereits vollkommen ausreichend. Diese Leistung ermöglicht kräftiges und detailliertes Force Feedback und bietet ein sehr gutes Verhältnis zwischen Leistung und Kosten.
Für die meisten Fahrer sind 20 Nm nicht zwingend notwendig. High-End-Wheelbases bieten allerdings große Leistungsreserven und können auch bei niedrigeren Einstellungen sehr dynamisches Force Feedback liefern.
Ja. Eine leistungsstarke Wheelbase muss nicht mit ihrer maximalen Leistung betrieben werden. Die Stärke des Force Feedbacks lässt sich über die Software der Wheelbase und im jeweiligen Simulator anpassen.
Nicht für jede Direct-Drive-Wheelbase. Je höher das Drehmoment wird, desto wichtiger wird allerdings eine stabile Befestigung. Für leistungsstarke Wheelbases ist ein stabiles Rig deshalb klar empfehlenswert.
Beides spielt eine Rolle. Die maximale Nm-Zahl allein sagt jedoch wenig über die Qualität des Fahrerlebnisses aus. Motorsteuerung, Software, Dynamik, Einstellungen und das verwendete Lenkrad sind ebenfalls entscheidend.